Kinder sind von Geburt an kompetente und eigenständige
Persönlichkeiten. Sie haben eigene Interessen, Stärken und individuelle Entwicklungsbereiche. Sie sind
neugierig und haben einen natürlichen Drang die Welt zu entdecken. Jedes Kind
bringt seine ganz eigene Art mit, sich einzubringen, zu lernen und Beziehungen
zu gestalten.
Kinder sind gleichwertige Menschen, sie haben ein Recht auf
Geborgenheit, Zuneigung, Wertschätzung, liebevolle Pflege und Erziehung. Sie
brauchen sichere Bindungen um sich frei entfalten zu können und verlässliche
Erwachsene, die sie ernst nehmen, zuhören und begleiten.
→ Im Alltag bedeutet das für mich: Ich höre den Kindern
bewusst zu, nehme ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst und binde sie zum Beispiel
bei der Auswahl von Spielen, dem Mittagessen, oder bei kleinen
Alltagsentscheidungen stets mit ein.
Für mich ist es wichtig jedes Kind in seiner Einzigartigkeit
wahrzunehmen und jedes Kind die Zeit und den Raum zu geben, die es für seine
Entwicklung braucht. Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo –ohne Vergleiche, -ohne
Druck, aber mit viel Zuwendung, geeigneten Materialien und liebvoller Ermutigung.
→ Das zeigt sich zum Beispiel beim Essen, Wickeln oder
Anziehen: Ich gebe den Kindern die Zeit, Dinge selbst auszuprobieren - unterstütze
aber wenn es nötig ist. So erleben sie Selbstwirksamkeit und Sicherheit
zugleich.
Im Alltag greife ich die Interessen und Wünsche der Kinder
auf, rege neue Ideen an und ermögliche ihnen vielfältige Erfahrungen wie etwa im
freien Spiel, bei kreativen Angeboten, in Bewegungssituationen oder in der
Natur. Wir erkunden gemeinsam die verschiedenen Jahreszeiten, singen dazu
Lieder, feiern Feste, sammeln Naturmaterialien und basteln.
Mein Bild vom Kind ist geprägt von der Überzeugung: Kinder sind
wertvoll so wie sie sind. Meine Aufgabe ist es, ihnen einen liebevollen,
sicheren und anregenden Rahmen zu geben, in dem sie sich wohlfühlen und wachsen
können.
→ Das spiegelt sich darin wieder, dass ich im Alltag
bewusst Nähe, Geborgenheit und Verlässlichkeit schenke wie Rituale, gemeinsame
Mahlzeiten, persönliche Begrüßungen und viele kleine Momente, in denen jedes
Kind spürt: „Ich gehöre dazu, ich bin hier willkommen und wichtig.“
In meiner Arbeit orientiere ich
mich neben meinen persönlichen Schwerpunkten an den Prinzipien der
Emmi-Pikler-Pädagogik, die für mich eine wertvolle Grundlage im Umgang mit
Kindern darstellen. Besonders wichtig sind mir dabei drei zentrale Säulen:
Beziehungsvolle Pflege:
Pflegesituationen gestalte ich mit Achtsamkeit, Ruhe und Zuwendung. Sie sind
für mich nicht nur eine Notwendigkeit, sondern wertvolle Momente der Nähe und
Beziehung. Ich versorge die Kinder behutsam, begleite sie sprachlich liebevoll
und beziehe sie (entsprechend ihrer Möglichkeiten) aktiv mit ein.
Freie Bewegungsentwicklung: Jedes
Kind darf sich bei mir in seinem eigenen Tempo entwickeln. Ich greife nicht in
seine Bewegungsentwicklung ein, sondern schaffe sichere Räume und biete
anregendes Material, sodass die Kinder ihre Fähigkeiten selbst entdecken und
Freude an ihrer Selbstständigkeit entwickeln können.
Freies Spiel: Das freie-,
selbstbestimmte Spiel ist ein Herzstück meiner Arbeit. Im Spiel lernen die
Kinder, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen: Möchte ich gerade Ruhe oder
Bewegung? Möchte ich mich allein vertiefen oder mit anderen zusammen sein?
Diese Fähigkeit, zu spüren, was einem guttut, und den eigenen Tag selbstbestimmt
mitzugestalten, ist eine wichtige Kompetenz für das ganze Leben.
Ich sehe jedes Kind in seiner
Einzigartigkeit. Es ist mir wichtig, diese Individualität zu erkennen und
wertzuschätzen. Mit meiner Vorbildfunktion vermittle ich Werte frei von
jeglicher Gewalt und begleite die Kinder mit zugewandter Aufmerksamkeit. Die
Kinder dürfen sich ohne Druck und Zwang in ihrem eigenen Tempo entwickeln.
Wiederkehrende Rituale geben dem
Alltag Struktur, Sicherheit und Geborgenheit. Sie schaffen Verlässlichkeit,
stärken das Gefühl von Zusammengehörigkeit und helfen den Kindern, sich gut zu
orientieren.
Ich gehe täglich mit den Kindern
nach draußen – bei jedem Wetter. Bewegung und Spiel in der Natur fördern
Motorik, Koordination, Gesundheit und stärken das Immunsystem. Gleichzeitig
erleben die Kinder die Natur bewusst und entwickeln ein Gespür für ihre Umwelt.
Eine abwechslungsreiche und
vollwertige Ernährung ist für mich selbstverständlich. Ich achte darauf, dass
die Mahlzeiten nicht nur gesund-, sondern auch optisch ansprechend und lecker
sind – denn gemeinsames Essen soll Freude machen und das Wohlbefinden fördern.
Kinder lernen am besten im
täglichen Miteinander. Deshalb nutze ich Alltagssituationen bewusst für
Bildungsprozesse und gehe individuell auf die Bedürfnisse der Kinder ein.
Pädagogische Spiele wie Steckspiele oder Puzzles fördern die kognitive
Entwicklung. Vorlesen, Reime, Fingerspiele und gemeinsames Singen stärken die
Sprachkompetenz. Kreative Angebote regen die Fantasie an und fördern die Feinmotorik.
Regelmäßige Wiederholungen und Rituale geben Struktur und vermitteln Sicherheit.
Kinder erleben im Alltag viele
Emotionen wie Freude, Neugier, aber auch Frust oder Traurigkeit. Ich nehme
diese Gefühle ernst und gehe einfühlsam darauf ein. Dabei helfe ich den
Kindern, ihre Emotionen zu benennen, tröste sie und gebe ihnen das sichere Gefühl: „So wie ich bin, bin ich richtig“.
Mein Ziel ist es, den Kindern eine liebevolle, sichere und anregende Umgebung
zu bieten in der sie Geborgenheit, Vertrauen und Wertschätzung erfahren. Ich
möchte das Eltern spüren: Bei mir ist ihr Kind willkommen, gut aufgehoben und
bekommt alles, was es für eine gesunde-, glückliche und freie Entwicklung
braucht.
Die kleine Gruppengröße ist ein großer Vorteil der Kindertagespflege und ermöglicht es mir eine individuelle Beziehung zu jedem Kind aufbauen zu können. Es ist viel Zeit für jedes Kind vorhanden und ich kann sehr gut auf jede der kleinen Persönlichkeiten eingehen. Grade für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren ist es wichtig, dass eine vertrauensvolle Nähe aufgebaut wird, in der sich das Kind wohl und geborgen fühlt.
In meiner kleinen Gruppe gibt es immer eine Durchmischung verschiedener Altersgruppen. Jedes Jahr kommen neue Kleinkinder hinzu und die älteren Kinder bereiten sich auf den nächsten Schritt vor und verlassen die Kindertagespflege wieder. Die Altersdurchmischung ist für alle Kinder gut: so lernen die kleinen viel von den größeren Kinder und die größeren Kinder lernen Vorbild zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Sie lernen spielerisch in den verschiedenen Rollen Rücksicht aufeinander zu nehmen und erweitern somit ihre soziale Kompetenz.
Freies Spiel, Bewegung und Kreativität nehmen den größten Teil in unserem Tagesablauf ein. Die Kinder lernen durch Bewegung ihren Körper besser kennen und trainieren dabei alle Sinne. Meine Räume in München sind so ausgestattet, dass es genügend Platz zum Toben gibt. Natürlich gehen wir auch vor die Tür und erkunden die Umgebung. Auf dem Spielplatz, im Park oder im Garten können die Kinder noch ganz andere Sachen ausprobieren und ihre Erfahrungen erweitern. Ich spiele dabei gerne mit und stehe bei neuen Herausforderungen den Kindern helfend zur Seite.
Das Besondere kann jederzeit entdeckt werden: in der Natur finden sich überall Sachen, mit denen man spielen und basteln kann. Mit viel Freude untersuchen wir unsere Umgebung und probieren z.B., womit man Musik machen kann, was sich zum Basteln eignet oder spielen einfach im Sandkasten. Für mich ist es immer wieder faszinierend, mit welchem Eifer und welcher Hingabe die Kinder neue Sachen für sich entdecken.
Auch Musik und Singen kommt in meiner Kindertagespflege nicht zu kurz. Durch zusammen gesungene Lieder erweitern und vertiefen die Kinder ihren Wortschatz und lernen schnell, kleine Lieder selbstständig mitzusingen.
Sanfte Eingewöhnung im Sinne des Kindes
Die Eingewöhnung findet unter stetiger
Berücksichtigung des Kindeswohles statt und gestaltet sich für das Kind so
angenehm wie möglich. Ohne Eltern geht es
nicht. Eine erfolgreiche Eingewöhnung im Sinne des Kindes, kann nur
stattfinden, wenn die Eltern sich ausreichend Zeit (ca. 3 Monate) nehmen ihr
Kind dabei zu begleiten und mich als zukünftige KTPP unterstützen. So hat das
Kind genügend Zeit sich stressfrei und ohne Druck unter dem Schutz einer wichtigen
Bezugsperson an die neue Umgebung, die anderen Kinder und vor allem an mich zu
gewöhnen.
Für den begleitenden Elternteil
wird sich die großzügig genommene Zeit durch die geringen Erkrankungszeiten
ihres Kindes im ersten Jahr schnell „bezahlt machen“. In einem
Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin wurde herausgefunden, dass
Kinder ohne Begleitung einer Bezugsperson in den ersten sieben Monaten
drastisch erhöhte Fehlzeiten aufgrund von Krankheiten aufwiesen.
Eingewöhnung Schritt für Schritt:
Die Grundphase
In den ersten drei Tagen kommt das
Kind für je 30-45 min. mit Papa oder Mama zu mir in die Kindertagespflege. Ich
werde den Besuch zeitlich so legen, dass ich mich selbst gut auf das Kind
einlassen kann und dem Kind die Möglichkeit geben, alle Räumlichkeiten in aller
Ruhe erkunden zu können. Der eingewöhnende Elternteil sollte sich einen ruhigen
Platz im Raum suchen und einfach „da“ sein.
Dies bedeutet, dass der begleitende Elternteil gar nicht viel tun muss. Der
Elternteil muss einfach anwesend sein und sich nicht durch lesen etc. ablenken
lassen, sondern seine Aufmerksamkeit auf sein Kind richten. Das bedeutet vor
allem, dem Kind ein Zufluchtsort- oder “sicherer Hafen“ zu sein, an den es sich
zurückziehen kann wenn es unruhig oder ängstlich wird. Die Interaktion mit den
anderen Kindern sollte vermieden werden.
Am zweiten und dritten Tag, beginnt
der begleitende Elternteil das Kind in der Kindertagespflege in meinem Beisein
zu füttern und zu wickeln. Dies sollte wie zuhause und gewohnt für das Kind stattfinden.
In den ersten drei Tagen findet definitiv
kein Versuch der Trennung statt. Falls der begleitende Elternteil kurz den Raum
verlassen muss, nimmt er sein Kind unbedingt mit.
Erster Trennungsversuch
Frühestens am vierten Tag verlässt
der begleitende Elternteil zum ersten mal für kurze Zeit den Raum, bleibt
jedoch in Rufnähe. Er verabschiedet sich vorher kurz von seinem Kind
(idealerweise überlegt er sich vorher evtl. mit meiner Unterstützung ein
kleines Abschiedsritual, das er von nun an bei jeder Verabschiedung fortführt).
Der erste Trennungsversuch, sollte keinesfalls an einem Montag stattfinden. Dem
Kind fällt es am Wochenbeginn besonders schwer sich in der noch ungewohnten
Umgebung zurechtzufinden.
Ein Schmusetuch, Kuscheltier etc.
könnte für das Kind evtl. sehr hilfreich sein.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten die
eine Einschätzung über die Dauer der Eingewöhnungszeit zulassen:
1. Das Kind weint, lässt sich nicht von mir beruhigen und ich bitte Papa / Mama
zurück zu kommen. Das Kind begrüßt den Elternteil freudig und sucht Körper-und
Blickkontakt. Diese Verhaltensweisen deuten auf eine längere Eingewöhnungszeit von
einigen Wochen hin.
2. Das Kind reagiert gelassen auf
Trennung und Rückkehr des Elternteils. Dies spricht für eine kürzere
Eingewöhnungszeit.
Nach
dieser ersten kurzen Trennung, kehrt der Elternteil zurück und verlässt dann
zusammen mit dem Kind die Kindertagespflege. Somit versteht das Kind, dass das
Erscheinen des Elternteils bedeutet, dass es jetzt abgeholt und nach Hause
gebracht wird.
Sollte das Kind eine längere Eingewöhnungszeit benötigen, wird die Eingewöhnung
wie an Tag 2 und 3 fortgeführt.
Stabilisierungsphase
Spricht das Verhalten des Kindes für eine kürzere
Eingewöhnungszeit, werde ich unter der Voraussetzung das das Kind mir sein
Einverständnis signalisiert-, an den folgenden Tagen 5 und 6 die Pflegerituale
übernehmen. Die Trennungszeit wird nach und nach individuell verlängert –
jedoch bleibt der Elternteil stets in der Nähe der Kindertagespflegestelle um
schnell zurück zu sein, falls das Kind ihn braucht.
Abschluss
Die Eingewöhnung gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn das Kind sich von mir trösten und beruhigen lässt und entspannt ins Spiel findet. Dies bedeutet nicht, dass das Kind beim Abschied des Elternteils nicht auch mal weint – es zeigt damit nur, dass es den Elternteil lieber dabei hätte (und das ist völlig in Ordnung so). Es wird sich jedoch schnell von mir beruhigen lassen
Gemeinsam
für Ihr Kind
Ohne Eltern
geht’s es nicht – und deshalb ist mir die enge Zusammenarbeit mit Ihnen sehr
wichtig. Sie sind die Experten für Ihr Kind und gemeinsam können wir die besten
Bedingungen schaffen damit es sich in der Kindertagespflege wohlfühlt, entspannt
spielt und lernt, exploriert und seine Persönlichkeit voll entfalten kann. Im
Mittelpunkt steht dabei stets das Wohl Ihres Kindes. Eine gute Zusammenarbeit
lebt von Offenheit, Transparenz, Vertrauen und gegenseitigem Respekt.
Ich stehe
Ihnen gerne zu Gesprächen zur Verfügung, wenn Sie Fragen haben oder weil wir
gemeinsam auf die Entwicklung ihres Kindes schauen möchten. Auch die Begegnungen
im Alltag wie kurze Telefonate, der Austausch über WhatsApp, oder Tür- und
Angel-Gespräche sind mir sehr wichtig. Sie ermöglichen einen schnellen Austausch
über das was ihr Kind gerade beschäftigt wie bspw. ein fröhliches Erlebnis, ein
aufregendes Wochenende, ein schlechter Traum etc. Diese Informationen helfen
mir, ihr Kind noch besser im Betreuungsalltag zu begleiten.
Mir liegt
es sehr am Herzen das Sie sich als Eltern willkommen und ernst genommen fühlen
Denn nur wenn Sie sich wohl fühlen, kann auch ihr Kind losgelöst und entspannt
im Alltag in der Kindertagespflege spielen, lernen und freudig die Welt entdecken.
Unser Tag ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die immer wiederkehren und so Vertrauen und Verlässlichkeit für die Kinder bringen. Einzelne Tätigkeiten, wie Hände waschen, die Mahlzeiten, Zähne putzen oder natürlich der Mittagsschlaf strukturieren den Tag – die Kinder entwickeln eine Routine und lernen Abfolgen in einem Tagesablauf. Zwischen diesen festen Strukturen gibt es täglich wechselnde Angebote, die den Tag lebendig und abwechslungsreich gestalten – uns wird bestimmt nie langweilig.
Auch die Kinder können mitentscheiden, welche Spiele, Tätigkeiten oder Ausflüge wir an einen Tag machen oder auch für die nächsten Tage planen. Die Kinder lernen Wünsche zu äußern und im sozialen Miteinander auf die Wünsche Anderer einzugehen.
Die Kindertagespflege setzt eine pädagogische und gesellschaftliche Aufgabe um. Die stetige Dokumentation der Entwicklung des Kindes ist für seine spezifische Förderung wichtig. Die einzelnen Schritte der Entwicklung werden in unterschiedlichen Formaten festgehalten und gesammelt, dazu zählen: Sprachlerntagebücher, Erinnerungsordner, Fotos und natürlich auch die Sachen, die die Kinder gemalt und gebastelt haben.
Die spezifische Entwicklung Ihres Kindes ist somit nachvollziehbar und viele wichtige Schritte, auf dem langen Weg des Heranwachsens, werden festgehalten. Die Qualität meiner Arbeit in der Kindertagespflege lässt sich durch die Entwicklungsdokumentation messen. Es entsteht Vertrauen und es macht meine Tätigkeit transparent und nachvollziehbar.